Mir ist gerade in diesem Zusammenhang ein Beispiel in den Sinn gekommen, welches ich selbst erlebt habe.
Ein Kollege von mir hat letztes Jahr geheiratet und wie es dann so ist, benötigt man das richtige Outfit. Ich ging mit ihm in verschiedene Shops um den perfekten Anzug für seine Hochzeit zu finden. Jedoch passte keiner wirklich. Da sind wir auf die Idee gekommen einen Anzug schneidern zu lassen. Wir haben uns im Internet kundig gemacht, wo man so etwas machen lassen kann. Wir sind dann auf das Unternehmen „Thatsuits“ gestossen. Wir haben dort angerufen und kurzerhand ist dann ein Mann zu uns nach Hause gekommen und hat uns beraten. Wir kann dann unsere Wünsche anbringen, über Schnitt, Kosten, Stoff u.s.w. Er zeigte ganz unterschiedliche Stoffe, welche in Italien produziert werden. Diese werden dann von diesem Unternehmen eingekauft. Der Mann hat dann alle Masse von ihm genommen, damit der Anzug ganz genau auf ihn abgestimmt ist. Mit diesen Massen und allen von uns angegebenen Wünsche fuhr er dann wieder nach Zürich. Er hat also extra den Weg von Zürich aufgenommen, obwohl er zu Beginn nicht wusste, ob wir dann wirklich einen bestellen werden. Aber wir haben denn den perfekten Anzug zusammengestellt und dieser Herr hat dann in Zürich alles nochmals genau aufnotiert und diese Daten mit dem ausgewählten Stoff nach Tailand geschickt. Dort in Tailand wurde dann der Anzug von „Billigarbeiterinnnen „ hergestellt. Ist doch schon ziemlich bedenklich, dass dieser Stoff und die Skizzen extra nach Tailand geschickt werden um es dort zu schneidern. Aber dieser Herr hat uns gesagt, dass fast alle Kleider dort hergestellt werden, denn sonst wären diese Preise gar nicht möglich. Zum Beispiel einen Hugo Boss Anzug kostete schlussendlich gleich viel wie der Maßgeschneiderte und bei Hugo Boss bezahlt man vor allem das Label.
Ja zum Schluss hatten wir dann den perfekten Anzug für ihn, jedoch hat der Anzug viele Kilometer zurücklegen müssen, bis er dann für die Hochzeit bereit stand. Ist es dann richtig, dass wir einen solchen Anzug bestellen. Kann das Ganze vertreten werden? Die Frage ist dann, wo sollen wir dann noch unsere Kleider einkaufen, denn ich wüsste nicht, welche Kleider wirklich in der Schweiz produziert werden, ausser die selbst gestrickten Socken meiner Mutter.=))
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Liebe Monique...
AntwortenLöschenEs war interessant deinen Eintrag zu lesen. Dein Beispiel war sehr gut nachvollziehbar. Ich habe das Massschneidern in Thailand selber miterlebt. Eine schnelle, billige Sache. Die Touristen zahlen nur fast den doppelten Preis dafür als die Einheimischen. Die können sich aber auch mehr leisten... Nun zu deinen Fragen; eine richtige oder falsche Antwort gibt es für mich nicht. Du musst bedenken, so gut wie all die Kleider, welche du in der Schweiz kaufst, haben einen weiten Weg hinter sich. Wir "überlegen" einfach nie so weit... Traurig, aber wahr. Oft ist es auch sehr schwierig, den ganzen Prozess zurück zu verfolgen. Man kann ja nicht einfach "made in..." lesen und das gilt! Vielleicht sollte ich auch anfangen zu stricken =)
Liebe Frau Sommer
AntwortenLöschenDein Schreiben zum Thema „THATSUITS“ fand ich sehr spannend. Du hast die Vernetzungen deutlich dargestellt. Ich finde es ein heikles Thema und kann auf deine Frage nicht eindeutig antworten. Es stimmt mich nachdenklich, dass dieser Stoff und die Skizzen extra nach Thailand geschickt werden. Zudem werden sie von „Billigarbeiterinnen“ hergestellt.
Vor fünf Jahren war ich in China und habe mir viele billige Kleider eingekauft, welche in der Schweiz sehr viel kosten würden. Die Chinesen stellten oft an unserem Aussehen fest, dass wir „reiche Weisse“ sind. Deshalb erhöhten sie den Preis um das Mehrfache. Nach kurzem Diskutieren waren sie bereit, den Preis herabzusetzen.
Ich finde, dass wir hier in der Schweiz nicht viele Kleider finden, welche mit „made in Switzerland“ angeschrieben sind. Oft haben die Kleider einen langen Weg hinter sich. Mich würde es interessieren, wie viel die Schweizer daran verdienen?
Liebe Moni,
AntwortenLöschendein Blog hat mich schmunzeln lassen, obwohl es eigentlich zum weinen wäre. Mein Vater benutzt in solchen Fällen immer den Satz "Das ist schlicht und einfach ein ökologischer Blödsinn". Doch leider ist es Tatsache. Viele Dinge werden nicht in der Schweiz produziert, obwohl wir dazu fähig wären. Es ist hier einfach zu teuer. Die Arbeiter kosten mehr, die Rohstoffe sind teuer. Günstiger ist es, das ganze irgendwo im Ausland zu produzieren. Trotz hohen Transportkosten bleibt es billiger. Selbst, wenn wir uns Gedanken darüber machen und uns vielleicht auch gerne weigern würden, diese Produkte zu kaufen, bräche es nicht wahnsinnig viel. Denn wie du sagst, müssten wir unsere Kleider selber nähen oder stricken... Wobei auch dann nicht alles made in Switzerland wäre, da der Stoff nicht sicher in der Schweiz produziert wurde.