Freitag, 13. März 2009

Viel Stress, wenig Entspannung - etwas Sichtbares

Ich habe mir in dieser Woche vorgenommen, einmal darauf zu achten, wie vielen lächelnden Menschen ich begegne. Daneben nahm ich mir vor, einmal darauf zu achten, wie viel Entspannung ich mir gönne, wie nachhaltig ich mirgegenüber lebe.

Die Erkenntnis heute ist ernüchternd. Auf meinem Weg von meiner Wohnung an die PH ist mir nur eine ältere Dame lächelnd begegnet. Alle weiteren Personen hatten ernste gestresste Gesichtsausdrücke. Ich hatte auch mich beobachtet und festgestellt, dass auch ich nie lächelnd durch die Gegend ging. Auch ich gehe meinen Weg vom Mariaberg zum Bahnhof mit einem ernsten Gesichtsaudruck. Auch mir ist der Stress anzusehen. Leider... Weshalb können wir uns nicht an den schönen Dingen erfreuen. Da stellt sich mir sowieso die Frage: Wie viele schöne Dinge um uns herum fallen uns überhaupt auf? Ich vermute wir verpassen sehr viel. Wie wir in in einem Modul gelernt haben, ist unsere Aufmerksamkeit auf weniges begrenzt, sonst würden wir unser Gehirn überfordern. Verpassen wir nun nicht sehr viel, wenn unsere ganze Aufmerksamkeit den laufenden Arbeiten und dem Stress gewidmet ist? Würden uns nicht aber genau diese schönen Dinge, die unserer Aufmerksamkeit entgehen, beruhigen, erfreuen, uns entspannen lassen?
Ich stehe sehr gerne auf unserer Terasse und schaue in die Hügellandschaft. Als noch mehr Schnee lag, war dies besonders schön. Die verschneiten Tannen glitzern im Mondlicht, die Hügel laufen ineinander. Alles ist ruhig und... Dies sind die wenigen Momente in denen ich tief durchatme und völlig entspannt bin.
Seit ungefähr 2 Monaten bin ich Vollzeitgestresst. Ich habe Mühe beim Einschlafen, gönne mir keine Verschnaufpause, hetze von einem Ort zum anderen und bin immer am arbeiten. Trotzdem habe ich das Gefühl ich bleibe an Ort und Stelle stehen. Nur die Zeit läuft. Mir fällt auf, dass ich mir wenig Sorge trage. Ich lebe nicht nachhaltig. Mein Körper muss darunter leiden. Ich weiss, dass man nicht so denken sollte, aber ich frage mich, wann ich das nächste Mal krank werde. Ich hatte noch keine Erkältung, keine Grippe, kein Fieber in diesen Winter. Für mich eine absolute Neuheit. Wahrscheinlich erwischt es mich, wenn der Stress nachlässt...
Mein Vater hat so eine schöne Alarmanlage im Körper. Sobald er überfordert ist, sich zu viel auflädt, wird er krank. Er schläft drei Tage mehr oder weniger durch und ist dann wieder leistungsfähig. Doch ist es nicht tragisch, dass sich unser Körper melden muss, wenn er nicht mehr kann? Sollten wir nicht selber merken, wann einmal genug ist?

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