Dienstag, 17. März 2009

Die Natur erleben

Ich setzte mich an den Waldrand, nicht weit von meiner Wohnung entfernt. Bereits am Morgen habe ich festgestellt, dass viele Vögel schonwieder pfeifen. Ein wunderbarer Kland.
Am Waldrand hörte ich sie noch intensiver und lauter. Ich liebe es. Vor allem jetzt, der Frühling naht und die Vögel sind für mich ein grosses Zeichen dafür. Andere Anzeichen für den Frühling gibt es bei uns noch nicht. Der Schnee bedeckt noch grosse Flächen.
Ich sass eine Weile da und erlebte die Natur ganz bewusst, meine Gedanken drehten sich, um die Natur. Ich fühlte mich frei und glücklich und doch irgendwie ganz klein. Es war ein sehr schönes Gefühl. Doch irgendwann musste ich feststellen, dass ich schon wieder über ganz andere Dinge nachdenke. Bachelorarbeit, Bewerbungen, Modulnachweise, Hausaufgaben. Hat alles irgendwie gar nichts mehr mit der Natur zu tun. Es fällt mir momentan schwer, nicht an diese Dinge zu denken. So sehr ich mein Gehirn auch steuern möchte, es dreht sich doch immer wieder alles um diese Dinge. Geht es nur mir so oder haben alle Menschen die Angewohnheit, über Stress nachzudenken?
Ich bin ein Teil dieser Natur in der ich sass und krampfhaft versuchte nicht darüber nachzudenken, welche Arbeiten auf meinem Schreibtisch auf mich warteten. Ich konnte mich nicht 100% auf die Natur einlassen. Ich war mit meinen Gedanken nicht voll und ganz dort. Genau dies macht es für mich schwierig zu sagen, was es mir bedeutet, dass ich ein grosser Teil dieser Natur bin. Natürlich, es bedeutet mir sehr viel, ohne die Natur gäbe es mich nicht, sie ist wichtig, denn ohne sie wären wir alle nicht lebensfähig. Aber was es mir wirklich bedeutet, kann ich im Moment nicht sagen. Ich werde es in ein paar Monaten sagen können, wenn ich noch mehr draussen bin und weniger Stress habe. Letzten Sommer konnte ich die Natur nämlich wirklich geniessen.
Ich denke, je mehr man mit der Natur verbunden ist, desto mehr schätzt man sie. Dadurch kann man viel nachhaltiger leben. Auf der einen Seite sieht man die wunderbare Natur, auf der anderen Seite uns Menschen, wie wir die Natur zerstören, Stück für Stück. Mit einer grossen Verbundenheit zur Natur fällt es einem leichter Nachhaltig zu leben. Man setzt sich mit ihr auseinander, man sieht schöne, aber auch schlechte Sachen, für die wir verantwortlich sind. Ohne einen Bezug zur Natur, sitzen wir in einem Glashaus mit einer Augenbinde. Wir wollen nicht sehen, was wir anrichten und was die Natur doch immer noch schönes zu bieten hat.
Meiner Meinung nach soll es Pflicht sein, jede Woche kurz inne zu halten und die Natur ganz bewusst wahrnehmen.

2 Kommentare:

  1. Liebe Katja
    Ich denke, dass es allen gleich geht und man sich sehr viele Gedanken über die zu erledigen Aufgaben macht. Dennoch bin ich der Meinung, dass ein Spaziergang oder ein Verharren an einem Platz eine gute Möglichkeit darstellt, sich ein bisschen zumindest, räumlich und gedanklich von der Anspannung zu distanzieren. Ich bin überzeugt, dass du unbewusst loslassen und entspannen konntest. Manchmal merkt man es doch erst später, wenn man wieder am Schreibtisch sitzt, wie gut die Pause an der frischen Luft getan hat. Und die Vorboten des Frühlings haben dich bestimmt auch glücklich gestimmt – eine wärmere Zeit mit vielen Sonnestrahlen wird auf uns zukommen.
    Ich denke, dass wir auch unseren Schülerinnen und Schülern die Natur als Quelle der Kraft vermitteln sollen und durch direkte Erfahrungen im Wald oder sonst im Freien ihnen dies auch spürbar machen sollen.
    lieber Gruss Manuela

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  2. Ja Du. Nimm Dir mehr Zeit dafür...besonders jetzt, wo es kaum möglich ist, EINS mit sich und er Natur zu sein. Unruhige Zeiten, alle wollen noch...man sollte...er will, sie will, ich MUSS. Freu dich auf die stressfreie Zeit und geniesse es danach umso mehr! Naturnah, lebensbejahend und achtam. v

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